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        <title><![CDATA[Brennerei Durzbauer]]></title>
        <description><![CDATA[Bei uns erleben Sie feine Schnapskultur in traditioneller Atmosphäre! Bei uns am Durzhof in Salzburg hat edle Schnapskultur eine lange Tradition. Von Generation zu Generation wurde das Wissen rund um das Brennen und der Vorgang des Destillierens weitergegeben. In den letzten Jahren konnte durch zahlreiche Brennkurse, Sensorikschulungen und Weiterbildungen die Qualität unserer Brände deutlich verbessert werden. Das bringen die zahlreichen Prämierungen, die unseren Schnäpsen und Bränden verliehen wurden, zum Ausdruck.]]></description>
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        <lastBuildDate>Fri, 08 May 2026 11:54:05 +0000</lastBuildDate>                
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                                <title><![CDATA[“Dianei, mochs Fenster auf, loss mi probiern…” - Über’n Fensterschnaps und s’Gassl gehn]]></title>
                                <description><![CDATA[<p class="preamble"><span style="font-style: italic; font-weight: bold;">Einmal nach rechts gewischt und schon hat man seinen Traumpartner gefunden, oder? In Zeiten von Smartphones und Dating-Apps herrscht heutzutage ja ein Überangebot bei der Partnersuche, dass sogar diejenigen jemanden finden, die gar nicht suchen. Doch dass das früher nicht ganz so einfach war, darüber denkt heute eigentlich niemand mehr nach. Wir aber schon! Und deswegen erzählen wir euch heute, wie das damals mit dem Dating so ganz ohne Tinder, Paarship oder Elitepartner war. Und vielleicht kann sich aus diesem Blog-Beitrag so mancher Verzweifelter den ein oder andern Tipp abschauen, wie das mit der Balz läuft.😉</span></p><p class="preamble"> </p><br /><p> </p><p>Wenn man sich das “Gassl gehen” oder “fensterln” bildlich vorstellt, denkt man an einen feschen, jungen Burschen, der sich eine Leiter schnappt und vollen Mutes zu seiner Angebeteten empor klettert, die oben schon auf ihn wartet mit langen Zöpfen und einem üppigem Dekoltée</p><p> </p><p> </p><p>Musik-Tipp mit Ohrwurm-Garantie gibt es <a href="https://www.youtube.com/watch?v=6e1d3UvrHj4 " target="_blank">hier</a>.</p><p> </p><p> </p><p> </p><h2 class="subtitle">Die Formen des Fensterl Gehens</h2><p>Es gab ursprünglich zwei Formen, des Gasslgehens. Zum einen das <span style="font-weight: bold;">gesellige</span> Fensterl’n, bei dem sich eine Gruppe junger Burschen dazu verabredete, bei Einbruch der Dunkelheit meist in leicht angeheitertem Zustand gemeinsam zum Bauernhaus einer feschen G’sellin (Mädchen) zu gehen. Dort packte mindestens einer ein Hosensack-Instrument (Mundharmonika oder Maultrommel) aus, um die Aufmerksamkeit der Menschin (Mädchen) zu erhaschen. Falls die Menschin unbeeindruckt blieb und sich ihr Fenster nicht öffnete, gingen die Burschen einen Schritt weiter und schossen noch ein paar derbe Sprüche lautstark hinten nach, um das Zielobjekt aus der Reserve zu locken. Spätestens dann hat das Mädchen reagiert, sei es aufgrund von Amusement oder von Entrüstung. Hat dem Diandl die Darbietung gefallen, kam sie mit den Burschen ins Gespräch und seilte ihren Werbern eine kleine Flasche Schnaps beim Fenster hinunter. Dass die Flasche hinterher leer war, versteht sich von selbst. Hat ihr aber die Einlage nicht gefallen, so schnappte sie sich kurzerhand ihren vollen Nachttopf und kippte den Inhalt über die Köpfe der jungen Männer, sofern diese nicht schnell genug auswichen. </p><p> </p><p>Die andere Form des Gasslgehens war die <span style="font-weight: bold;">romantische</span>. Da ging es um einen einzelnen Burschen, der ernsthafte Gefühle für ein Mädchen hegte und diese als Braut werben wollte. Die Vorgehensweise für das Brautwerben bedurfte allerdings einiger gründlicher Recherchen und Vorbereitungen im Voraus. Zuallererst musste der “Gassler” die Location auschecken. Zumeist hat er das Bauernhaus wohl schon einige Nächte im Voraus beobachtet, um herauszufinden, ob es einen Hofhund gab, wo sich das Fenster seiner Angebeteten befand, wo die Leiter war und wo die Bauersleute schliefen. Als es dann soweit war und er wirklich unter dem richtigen Fenster stand, machte sich der Bub mit werfen von Kieselsteinen an die Fensterscheibe oder einem Pfiff bemerkbar. Das junge Mädchen, vielleicht schon voller Vorfreude auf einen nächtlichen Besucher, öffnete das Fenster und fragte, wer denn da sei. Gekonnt antwortete der “Gassler” mit seinem vorbereiteten und eingeübten Spruch: </p><p> </p><p> </p><p> </p><h2 class="subtitle">Gasslreim</h2><p><span style="font-style: italic;">Diandl los her, los her, auf mei' Gspü,</span></p><p><span style="font-style: italic;">wei ih da vom Vottan aus eppas vischatzn wü.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Mia kimb vi und da Votta moats ah,</span></p><p><span style="font-style: italic;">dass fia mih Zeit zan heiratn war'.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Ih woas woi des Fenstaln is neama modern,</span></p><p><span style="font-style: italic;">oba wonnst ma zualost, kost mih hoizroschpin hearn.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Ih steih' vo dein Fenstal mit da Gitarr' in da Hond</span></p><p><span style="font-style: italic;">und kimm zweitest her, tiafest vom Lond.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Dou wos mih kennan, hoassns mih in Aubauan Bert</span></p><p><span style="font-style: italic;">oba de Gschicht'n wous üba mih vazöhn, sand oi zom nix wert.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Meine 40 Jahrl'n sand woi nit glog'n -</span></p><p><span style="font-style: italic;">de Nos'n homs ma in Hundstoa ban Ranggl'n vabog'n.</span></p><p><span style="font-style: italic;">In Woahrheit is woi um an Hougmoar nit gong'</span></p><p><span style="font-style: italic;">dou hout ma a Hondla a kronke Koim nochitrog'n.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Da Votta gab ma de Geischn, an ettla Koiwei dazua,</span></p><p><span style="font-style: italic;">aussan kochn und putzn hättst' Arbat no gnuag.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Ums Fad sei brauxt da ba ins nit sorg'n</span></p><p><span style="font-style: italic;">und wonns da hiatz g'reicht war, oft hoi ih dih morg'n.</span></p><p> </p><p><span style="font-style: italic;">Diandl los her, los her, auf mei' Gspü,</span></p><p><span style="font-style: italic;">wei ih da vom Vottan aus eppas vischatzn wü.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Mia kimb vi und da Votta moats ah,</span></p><p><span style="font-style: italic;">dass fia mih Zeit zan heiratn war'.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Aussteia houst hoffentlich gnuag scho banond,</span></p><p><span style="font-style: italic;">noand brauch ma koa Geid fia d'Wäsch und fias G'wond.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Gsoug' homs - an Woid kriagst ois Erbtoai no</span></p><p><span style="font-style: italic;">und ih moa, mei Motursoug de richt ih ma scho.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Woast, mia brauch'n de Zuabuaß vom Woid -</span></p><p><span style="font-style: italic;">wei ins sinst da Stoi vanond foit.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Sinst gangatst ba ins gwiss recht sche,</span></p><p><span style="font-style: italic;">und du brauchatst neama ois Deastbot' geh'.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Bis Mittanoucht vasprich' ih, dou houst oiwei dei Ruah,</span></p><p><span style="font-style: italic;">owa nochand schpescht ba ins es Wirtshäus'l zua.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Woast, ih bi'n jo scho a bissei vazoug,</span></p><p><span style="font-style: italic;">wei mih doh a wenk des Rheimatische ploug'.</span></p><p><span style="font-style: italic;">Wias mit de Kinda weascht, woas ih nit no -</span></p><p><span style="font-style: italic;">owa ih vasprich das - prowier'n dammas scho!</span></p><p><span style="font-style: italic;">Wonns nit hi haut, moch da nix draus -</span></p><p><span style="font-style: italic;">daschpouscht da des Pleaweach in Haus.</span></p><p><span style="font-style: italic;">So Diandl üwaleg nit z' long,</span></p><p><span style="font-style: italic;">sinst kriagst ban Kommafensta enttn</span></p><p><span style="font-style: italic;">vom Hozata no womöglich an ettla Spinnawett'n.</span></p><p><span style="font-style: italic;">und a üwastandige Jungfrau weascht noh dazua -</span></p><p><span style="font-style: italic;">a söchane scheicht jeda Votta und g'wiß ah sei Bua!</span></p><p> </p><p> </p><p> </p><h2 class="subtitle">Kann das Herzblatt überzeugen?</h2><p>Nachdem nun der Bursche mit seinem aufgesagten Gasslreim sein Herz ausgeschüttet hatte, blickte er sehnsuchtsvoll der Antwort seiner Liebsten entgegen.</p><p>Jetzt gab es drei Möglichkeiten:</p><p>1.       Jackpott! Der junge Mann kam unheimlich gut an bei der G'sellin und weckte in ihr riesiges Verlangen, sodass sie ihn prompt in ihre Kammer bat.</p><p>2.       Der „Gassler“ entsprach nicht wirklich dem Beuteschema des Mädchens. Sie fand ihn allerdings durchaus sympathisch und wollte ihn sich „warmhalten“. Deshalb wurde ihm höflich ein Fensterschnaps angeboten und noch kurz geplauscht.</p><p>3.       Worst Case! Der Bursche kam gar nicht gut an und musste sich sputen, ehe die Menschin den Inhalt ihres Nachttopfes aus dem Fenster kippte.</p><p> </p><p> </p><p> </p><h2 class="subtitle">...Und die Moral von der Geschicht'</h2><p>Wie auch immer sich das Mädchen damals entschied, war ihr durchaus bewusst, dass von dieser Entscheidung ihre weitere Zukunft abhing. So konnte sie einerseits als Braut oder als „alte Jungfer“ enden. Ganz im Sinne des Feminismus müssen wir sagen, Gott sei Dank sind diese für Frauen schrecklichen Zeiten vorbei. Aber andererseits ist es auch schade, weil so Romantik und Humor verloren gingen. In diesem Sinne möchten wir die jungen Leute und Singles von heute dazu ermutigen, hin und wieder einmal eine Leiter zu benützen. Aber denkt daran Mädels und Burschen, habt immer ein Schnäpschen parat!             ...am besten ein Durzbauer Schnäpschen </p>]]></description>
                                <pubDate>Mon, 19 Sep 2022 10:54:13 +0000</pubDate>
                                <guid>https://www.brennerei-durzbauer.at/b/uber-fensterschnaps-und-gassl-gehn</guid>
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                                <title><![CDATA[In aqua vitae veritas - Über den Siegeszug vom Branntwein]]></title>
                                <description><![CDATA[<p class="preamble"><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Was haben Kleopatra, Dschingis Khan, Maria Theresia, Abraham Lincoln und Idefix gemeinsam? Richtig! Sie alle waren im Dschungelcamp. Nein, falsch! Wie uns Personen aus deren privatem Umfeld berichteten, waren allesamt Fans hochprozentiger Flüssigkeiten. Dieser Beitrag geht der Evolution des Destillierens auf den Grund und berichtet über die Anfänge am Durzhof.</span></p><br /><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle">Die Ursprünge des Schnapsbrennens</h2><p>Bevor wir zum Schnapsbrennen kommen, müssen wir erst einmal beim Alkohol anfangen. In der Hochkultur der <span style="text-decoration: underline;">Ägypter</span> um das Jahr 5000 vor Christus gab es bereits alkoholische Getränke.</p><p><br><span style="font-style: italic;">“Wein und Bier, das lob ich mir”, dachte sich Kleopatra und trank ein Flascherl Hillinga. </span></p><p><br>Doch brauchte es noch mehr als 4000 Jahre bis das Destillieren in <span style="text-decoration: underline;">Indien</span> erfunden wurde. Die Menschen dort stellten „Arrak“ her, einen Branntwein aus Reis oder Zuckermelasse. </p><p> </p><p>Im mittelalterlichen Europa wurde das Destillationsverfahren von <span style="text-decoration: underline;">Mönchen</span> weiterentwickelt. Sie waren allseits als Genießer bekannt - mit ihren dicken Bäuchen überstanden sie so manche Seuchen. Beulenpest, Cholera oder Tuberkulose wurde geheilt mit einem Schluckerl Spirituose. </p><p> </p><p>Die Herstellung von hochprozentigem Alkohol wurde ab dem 14. Jahrhundert vorwiegend von Ärzten und <span style="text-decoration: underline;">Apothekern</span> praktiziert. Erst später hat die zumeist bäuerliche Bevölkerung Österreichs selber destilliert und auch regelmäßig Branntwein konsumiert. </p><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle"><br>Die Rolle der Bauern - die eigentlichen Superspreader</h2><p>Schnaps war nun für jedermann zugänglich. Und für jederfrau. Und für jeder andere Geschlecht. Also für alle. Folglich stieg der <span style="text-decoration: underline;">Schnapskonsum</span> im 19. und 20. Jahrhundert rapide an. Doch war Schnaps damals von extrem schlechter Qualität, denn Bauern brannten alles an Obst, für das sie sonst keine Verwendung hatten. Auch die Brennmethoden waren früher recht primitiv. So ist es nicht verwunderlich, dass dem „Schnaps“ ein <span style="text-decoration: underline;">schlechter Ruf</span> vorauseilte. </p><p> </p><p>Im Laufe des letzten Jahrzehnts zeichnete sich eine erkennbare <span style="text-decoration: underline;">Trendwende</span> ab. Konsumenten legen nunmehr Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit. Um der Nachfrage gerecht zu werden, greift der Brenner heutzutage schon beim Einmaischen zum besten Obst und achtet beim Destilliervorgang auf eine saubere Abtrennung. </p><p> </p><p>Das Schnapsbrennen war lange Zeit eine reine <span style="text-decoration: underline;">Männerdomäne</span> und stellte früher ein richtiges gesellschaftliches Ereignis dar. Vor allem in den kalten und dunklen Wintermonaten traf man sich im Keller des Brenners, um sich gemeinsam den Abend zu vertreiben und den ein oder anderen Schluck zu stibitzen.</p><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle"><br>Die Brennrechte in Österreich</h2><p>Österreichs große Herrscherin Maria Theresia vergab während ihrer Regentschaft im 18. Jahrhundert erstmalig <span style="text-decoration: underline;">Brennrechte</span> an ausgewählte Bauernhöfe. Nach dem ersten Weltkrieg ging dieses Brennrecht von den Habsburgern auf die Republik Österreich über. Mit dem Anschluss an das Dritte Reich 1939 wurde ein sogenanntes <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.a/a269943.htm">Branntweinmonopol</a> </span>eingeführt. Dieses enthielt auch die Entrichtung der Branntweinsteuer, welche je nach Art der Brennerei (Abfindungs- oder Verschlussbrennerei) zu entrichten ist. </p><p> </p><p>Das sogenannte <span style="font-weight: bold;">„Maria Theresien Brennrecht“</span> regelt auch heute noch, dass nur Grundstoffe aus eigener Produktion destilliert und verkauft werden dürfen. Mit dieser Befugnis dürfen maximal 300 Liter reiner Alkohol hergestellt werden. Für die hergestellte Menge sind je Liter 6,48 Euro an das Zollamt zu entrichten, unabhängig davon ob der Alkohol verkauft wird oder nicht. </p><p> </p><p>Das <span style="font-weight: bold;">Abfindungsbrennrecht</span> findet vorwiegend bei Kleinbrennern Anwendung. Hier muss man die Art und Menge der zu brennenden Maische vor dem Brennvorgang an das Zollamt melden. Daraus ergibt sich dann die zu zahlende Alkoholsteuer. Auch beim Abfindungsbrennrecht sind 6,48 Euro pro Liter reinem Alkohol an das Zollamt zu entrichten. </p><p> </p><p>Beim <span style="font-weight: bold;">Kleinverschlussbrennrecht</span> wird der destillierte Alkohol vom Zollamt nach dem Brennen kontrolliert, d.h. das Brenngerät ist dementsprechend verplombt und gegen Manipulation von außen geschützt. Mithilfe eines fix angebrachten Durchflusszählers wird die Alkoholmenge und -konzentration genau erfasst und dahingehend die zu bezahlende Alkoholsteuer ermittelt. Der Alkoholsteuersatz liegt bei 12 Euro je Liter Reinalkohol. </p><p> </p><p><span style="font-weight: bold;">Gewerbliche Großbrennereien</span> besitzen ein genaues Mengenerfassungssystem. Der destillierte Alkohol gelangt direkt nach dem Destillieren in ein versperrtes Zolllager oder Zollgefäß. Nur der zuständige Zollbeamte besitzt einen Zugang bzw. Schlüssel und ist zwingend bei der Entnahme des Alkohols dabei. Der Steuersatz beträgt ebenfalls 12 Euro pro reinem Liter Alkohol. </p><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle"><br>Wichtige Begriffe rund ums Schnapsbrennen</h2><p>Der <span style="font-weight: bold;">Hausbrand</span> ist vielen ein geläufiger Begriff. Er definiert die Menge an Alkohol, die steuerfrei hergestellt werden darf. Die Menge richtet sich nach den am Hof lebenden und arbeitenden erwachsenen Personen. Für jede zutreffende Person darf man rund 15 Liter Alkohol herstellen. Den Hausbrand gibt es nur auf Bauernhöfen und dieser ist für den <span style="text-decoration: underline;">Eigenverbrauch</span> gedacht    ;-) </p><p> </p><p>Als <span style="font-weight: bold;">Lohnbrenner</span> bezeichnet man Brenner, die für andere Personen deren Maische gegen Entgelt destillieren. Es gibt auch mobile Lohnbrennereien, die direkt zum Kunden kommen und vor Ort brennen. </p><p> </p><p>Jeder Schnapsbrenner unterliegt dem <span style="font-weight: bold;">Lebensmittelkodex</span> und muss sich an dessen Richtlinien halten. Die Vorschriften umfassen Aspekte wie Trinkstärke, Bezeichnung der Erzeugnisse (Brände, Spirituosen, Liköre), Abfüllung und Etikettierung, Produktionsräume, Zusätze, Hygiene und Reinigung u.v.m. Die Lebensmittelbehörde überprüft Betriebe stichprobenartig. </p><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle"><br>Unsere Schnapsbrenngeschichte</h2><p>Beim Durzbauer wurde seit ca. 1850 Schnaps gebrannt. Damals sicherlich nicht immer ganz legal, sondern vielleicht auch mal dunkelgrau oder schwarz. Unsere Vorfahren um die Jahrhundertwende brannten ihren Schnaps aber nicht regelmäßig. Für sie ausschlaggebend war die <span style="text-decoration: underline;">Menge</span> der Obsternte. </p><p> </p><p>Wir haben schriftliche Aufzeichnungen davon, die belegen, dass auf unserem Hof aufgrund des uns zugesprochenen Abfindungsbrennrechts seit 1939 <span style="text-decoration: underline;">durchgehend</span> bis heute Schnaps gebrannt wurde. Gerade während der 1970er und 1980er Jahre, in denen viele Bauern ganz damit aufgehört haben, wurde beim Durzbauer an dieser Tradition festgehalten, selbst wenn es nur ein oder zwei Maischefässer zu destillieren gab. </p><p> </p><p>Feministisch wie wir sind, war das Schnapsbrennen bei uns lange Zeit Frauensache! Dies oblag nämlich vorwiegend unserer Oma Anni, die es zwar nach der Einheirat auf den Hof von ihrem Mann Georg erlernte, doch war dieser zu „Schnapsbrennzeiten“ aufgrund seines Jobs nicht zuhause.</p><p> </p><p>Hauptsächlich wurde in der Zeit vor <span style="text-decoration: underline;">Weihnachten</span> Schnaps gebrannt, weil einerseits die Obstmaische fertig vergoren war und andererseits waren alle wichtigen Ernte- und Außenarbeiten abgeschlossen und man konnte sich in Ruhe dem Schnapsbrennen widmen. </p><p> </p><p>Das Brennen selbst war beim Durzbauer durchaus eine schwere <span style="text-decoration: underline;">körperliche Arbeit</span>, denn man musste den Brennkessel mit 25 Liter Inhalt in eine gemauerte Feuerstelle hineinheben. Geheizt wurde damals komplett mit Holz.  Bild 4 zeigt einen alten Brennkessel, ähnlich dem, den wir damals benutzten.</p><p> </p><p>Erst Mitte der 1980-er Jahre kauften Georg und Anni ein neues Brenngerät, welches elektrisch betrieben wurde und bereits über einen Ablasshahn für die Maische verfügte. Diese kleine Brennanlage hatte 80 Liter Fassungsvermögen.  (siehe Bild 5)</p><p> </p><p>Mit der Hofübernahme durch Vroni und Hans ging auch das Schnapsbrennen auf die nächste Generation über. Das Wissen um die Alkoholherstellung bekam Hans von seinem Schwiegervater Georg beigebracht und wurde später durch Kurse und Seminare erweitert. Seit dem Kauf der neuen Brennanlage im Jahr 2014 betreiben wir eine <span style="text-decoration: underline;">Kleinverschlussbrennerei</span>. </p><p> </p><p> </p><p><br>Quellen:</p><p><a href="https://info.bmlrt.gv.at/themen/lebensmittel/trad-lebensmittel/getraenke/obstler">Bundesministerium für Landwirtschaft</a></p><p><a href="https://ooe.lko.at/media.php?filename=download%3D%2F2016.06.06%2F1465202134221386.pdf&rn=Alkoholsteuergesetz.pdf">Landwirtschaftskammer OÖ</a></p><p> </p><p>Bildbeschreibung:</p><p>Bild 1: Kleopatra</p><p>Bild 2:   Maria Theresia</p><p>Bild 3: Alkohol als Medizin</p><p>Bild 4: alter Brennkessel</p><p>Bild  5: altes Brenngerät</p>]]></description>
                                <pubDate>Mon, 14 Feb 2022 11:28:48 +0000</pubDate>
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                                <title><![CDATA[Krampus in Gastein – Über Klaubauf, Schnapseln und persönliche Dramen ]]></title>
                                <description><![CDATA[<p class="preamble"><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Viele Urvölker und wilde Stämme haben eigene Rituale und Brauchtümer wie das Tucandeira Ameisen-Ritual, der Haka-Tanz der Maori oder das Klappstuhl-Ausgraben der Schoschonen 😉. Der Gebirgsstamm der »Gasteiner« wollte diesen traditionsreichen Völkern in keinster Weise nachstehen und erfand selbst ein archaisches Ritual: den Gasteiner Krampuslauf. In dieser Geschichte erzählen wir unsere Lieblingsgeschichten rund um den Krampuslauf und geben Einblick, warum »Schnaps« dabei eine essentielle Rolle spielt.</span></p><br /><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle">AMS und Caritas kannte damals noch keine Pass</h2><p>Der Ursprung des Brauches lässt sich nicht mehr genau bestimmen. Einige hundert Jahre alt dürfte er schon sein. Es gibt durchaus mehrere verschiedene Auffassungen, wie der Brauch entstanden sein könnte. Die einen sagen so, die anderen sagen so! Eine Theorie ist diese, dass sich die arme Bevölkerung verkleidete und zu den Bauernhöfen ging, um Lebensmittel zu erbetteln, denn eine Arbeitslosenentschädigung oder Mindestsicherung wurde damals vom AMS noch nicht ausbezahlt. Die meist jungen Burschen verhüllten sich mit Tierfellen und selbsthergestellten Masken, sodass sie zumindest ihre Identität verschleiern konnten und zogen in der Dämmerung los. Es dauerte nicht lange, bis sich die Burschen-Gruppen in andere Weiler (Ortsteile) vorwagten und dort auf die ansässigen Gruppen trafen, woraus sich schnell ein Raufhandel entwickelte. Bald nahmen Handgemenge die Überhand und es ging immer ruppiger zu, sodass sich schließlich die katholische Kirche einmischte, weil sie sich immer und überall einmischen muss. #nofront</p><p>So kam es zu einem Kompromiss: Die Burschen durften nur weitermachen, wenn sie eine „heilige“ Figur in Form eines Nikolauses akzeptierten und fortan mitnahmen. Die „Pass“ war geboren. Im Zusammenhang mit dem steigenden Wohlstand in der Gesellschaft entwickelte sich der „Bettelbrauch“ in einen „Gaben-Brauch“. Im Laufe der Zeit kam deshalb noch der Körblträger als weiteres Mitglied hinzu, der die Süßigkeiten und Geschenke für die Kinder trug. Der Nikolaus belohnt die braven Kinder und belehrt die unfolgsamen. Und die allerschlimmsten werden dann vom Krampus gemaßregelt.</p><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle">Fakten rund um den Brauch</h2><ul><li>Der Krampuslauf findet am 5. und 6. Dezember eines jeden Jahres statt, an dem ausschließlich Gasteiner Krampuspassen teilnehmen.<br><br></li><li>Unter dem Krampuslauf versteht man in Gastein keinen Umzug oder Schaulauf, sondern ein „Gehen von Haus zu Haus“.<br><br></li><li>Eine Pass besteht aus einem Nikolaus, einem Körblträger, ggf. einem Engel, dem Vorteufel und mindestens zwei weiteren Krampussen.<br><br></li><li>Talweit gibt es zwischen 80 und 100 Passen.<br><br></li><li>Wenn sich zwei Passen treffen, kommt es zum „Rempeln“ – einem Begrüßungsritual, das an den damaligen Raufhandel erinnern soll.</li></ul><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle">Ein Krampustag wie kein anderer – Unsere Lieblingsgeschichten</h2><p><span style="font-weight: bold;">Interviewer</span>: „<span style="font-style: italic;">Hans, erzähl mir von deinem schlimmsten Krampustag</span>.“</p><p><span style="font-weight: bold;">Hans</span>: „Einleitend möchte ich sagen, der schlimmste Krampustag war für mich 2020, weil da gab es pandemiebedingt keinen – LOL. Der zweitschlimmste passierte als ich ca. 7 Jahre alt war. Da hatte ich zwar keine Angst, aber ich fürchtete mich ungemein. Es hat sich zugetragen am 06. Dezember in Hinterschneeberg am elterlichen Bauernhof. Nach einer ausführlichen Schneeballschlacht mit anschließendem Ranggei mit meinen Brüdern und zwischenzeitiger Kakaopause hörten wir plötzlich lautes Rollengeläut und Geschrei. Aufgeschreckt von diesem unheimlichen Lärm huschten wir sofort ins Haus und versteckten uns unter unseren Betten. Wir beteten, dass uns die Krampusse nicht fanden. Nach zweistündigem Ausharren in der Sicherheitsposition bekamen wir die Entwarnung von unserer Mutter, dass das Rollengeräusch in Bad Bruck unten war. Bei Einbruch der Dunkelheit tauchte tatsächlich – wie aus dem Nichts – eine Pass bei uns am Hof auf. Wir Buben mussten hastig mit der Großmutter hinter dem Tisch Platz nehmen, als meine Mama auch schon die Tür für den Nikolaus öffnete. Nach eindringlicher Belehrung und darauffolgender Gabenverteilung pfiff der Nikolaus die Krampusse in die Stube herein. Meine Angst war aber so riesengroß, dass ich mich zuerst hinter der Großmutter verstecken wollte, die vor dem Fenster saß, an dem die Vorhänge zugezogen waren. Aus Angst, die Großmutter würde als Schutzschild nicht ausreichen, kroch ich kurzerhand hinter die Vorhänge auf das Fensterbrett und stellte sicher, dass sie auch ja keinen spaltbreit mehr offenstanden. Dem Geschehen in der Stube konnte ich nur lauschen und hoffte inständig, dass kein Krampus den Vorhang aufzog. Erst als die Pass schon längst über alle Berge war, traute ich mich aus meinem Versteck hervor, aber auch nur weil Schlafenszeit war. An diesem Tag gingen wir freiwillig besonders gerne viel früher ins Bett. Doch der Horror ging noch weiter. Kurz vor dem Einschlafen hörten wir schon wieder dieses furchtbare Schellengeläut und Geplärre. Unter der Decke hieß es nun wieder warten und ausharren, bis der Spuk vorbei ist. Als ich nichts mehr hörte, traute ich mich als Ältester, einen Blick aus dem Fenster zu riskieren. Vorsichtig öffnete ich das Fenster und zuckte zusammen, weil alle fünf Krampusse, die unterm Fenster standen, mich ansahen. Ich sagte zu meinen Brüdern:<span style="font-style: italic;"> i glab de hom mi gseng!!!1! i glab se kemman aufa, vasteckts’s enk schnöi</span>. Erst viele Jahre später wurde mir klar, dass mich die Krampusse ja gar nicht sehen konnten, weil sie mit ihren auf den Hinterkopf geschobenen Masken nur Platz machten, um ein Schnapserl trinken zu können. Das war mein schlimmster Krampustag, ich werde ihn nie vergessen – also mein zweitschlimmster.“ Hans lacht.</p><p> </p><p><span style="font-weight: bold;">Interviewer</span>: „<span style="font-style: italic;">Chrissi, was war dein prägendstes Erlebnis mit einem Krampus?</span>“</p><p><span style="font-weight: bold;">Chrissi</span>: „Einmal, am 05. Dezember, waren wir wieder bei unserem Onkel in der Pyrkerstraße eingeladen, den Krampusabend bei ihm zu verbringen. Parkplätze sind nicht nur in Städten Mangelware, sondern auch im Hofgasteiner Ortszentrum. So parkte mein Vater unser Auto etwas außerhalb und wir hatten rund 5 Minuten Fußweg zu bestreiten. In dieser berüchtigten Pyrkerstraße wimmelte es nur so von herumlaufenden Krampuspassen und einzelnen Krampussen, von denen einer gezielt auf MICH zusteuerte. Jetzt muss ich etwas ausholen. Ich war damals 14 Jahre alt und frisch gebackene diplomierte Selbstverteidigungskurs-Absolventin. In den Wochen vor dem Krampustag bekamen wir Mädchen in der Schule ein paar Griffe und Kniffe beigebracht, um uns in Notsituationen vor Angreifern zu verteidigen. Zurück zum 05. Dezember: Als dieser Krampus also auf mich zukam und mich attackieren wollte, siegte mein Instinkt und ich wandte prompt einen neu erlernten Abwehrmechanismus an. In hohen Bogen schleuderte ich den Krampus in die Luft und wirbelte ihn ein paar Mal herum bis dieser weinend zu Boden fiel. Nein, Spaß! In Wirklichkeit habe ich ihm einfach nur „das Bein gestellt“, er landete im Schneehaufen und war so perplex, dass er mich laufen ließ. Im Vorbeigehen hörte ihn meine kleine Schwester murmeln:<span style="font-style: italic;"> Oiso so waus is ma iwahaup no nia possiascht</span>!“</p><p> </p><p><span style="font-weight: bold;">Interviewer</span>: „<span style="font-style: italic;">Kathi, was war dein Krampus-Highlight?</span>“</p><p><span style="font-weight: bold;">Kathi</span>: „Vorweg möchte ich sagen, dass Frauen in diesem Brauch eigentlich nicht teilnehmen, maximal vielleicht als Engerl oder schlimmstenfalls als Nikolaus - LOL. Deshalb ist die folgende Geschichte umso unkonventioneller. Seit zehn Jahren geht die Mangai-Pass am 06. Dezember bei uns am Hof weg und ich bin ja nicht auf den Mund gefallen und habe deren „Zrittigkeitslevel“ immer wieder in Frage gestellt. Natürlich waren sie nicht kritikfähig und meinten, ich solle es zuerst einmal besser machen. Die Verhandlungen waren zäh und nach Jahren hatten sie mich endlich soweit, selbst in ein Krampuskostüm zu schlüpfen. Also stimmte ich unter gewissen Bedingungen zu. Diese Bedingungen waren: 1. Ich brauche den leichtesten Kopf, über den ihr verfügt (am besten aus Carbon), 2. ihr müsst mir einen Hosenanzug stellen und 3. ich brauche leichte Rollen, so klein wie möglich (am besten Kinder-Rollen). Wochen zuvor wurde das ausgehandelte Equipment geliefert und mein Vater half mir beim Fitting. Er hatte Gott sei Dank viele Kabelbinder zur Hand und eine russische Herangehensweise. Nach mehrmaligen alleinigen Trainingsläufen war es am 06. Dezember endlich soweit. Ich durfte sogar die Vorteufel-Rolle in der Mangai-Pass bekleiden, oder soll ich sagen Vorteufelchen, da ich eindeutig der kleinste Klaubauf war. Es gäbe noch so viel mehr von diesem Tag zu erzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Fakt ist, ich habe mich super geschlagen, viel Lob von meiner Pass bekommen und nie hat jemand anders meine Schwester so verhauen, war aber auch viel Wut da. Seitdem ersucht die Mangai-Pass um meine permanente Anstellung als Vorteufelchen.“</p><p> </p><p><span style="font-weight: bold;">Interviewer</span>: „<span style="font-style: italic;">Vroni, welche lustige Begebenheit vom Krampustag kommt dir in den Sinn?</span>“</p><p><span style="font-weight: bold;">Vroni</span>: „Legendär war unser alter Küchentisch, der hat viele Krampusse zur Weißglut gebracht und ist manchen noch in guter oder soll ich sagen schlechter Erinnerung. Damals war die Sitzecke in der alten Küche unseres Bauernhauses U-förmig und bot Platz für 10 bis 12 Personen. Der Esstisch war eine Sonderanfertigung (quadratisch 1,50 x 1,50 Meter), sehr wuchtig und schwer. Die Tischplatte war 15 cm hoch und der Tisch stand auf nur einem Tischbein, das unten einen Sockelkranz rundherum als Abschluss hatte. Dazu kam noch, dass die komplette Essecke nur von einer Seite zugänglich war. <br>Im Jahr 1993 erlebten wir einen besonderen Krampustag. Die Küche war voll mit Hausgästen, Freunden und Familienmitgliedern und es kamen satte 18! Passen im Lauf des Abends. Kurzer Exkurs: Bei uns im Gasteinertal ist es – vor allem in Bauernstuben – der Brauch, dass die Krampusse einer Pass mit aller Kraft versuchen, den Tisch wegzuziehen, um somit ihr „Zrittigkeitslevel“ unter Beweis zu stellen und die hinter dem Tisch Sitzenden herauszuziehen. Zurück zu dem besagten Abend. Die erste Pass kam schon am späteren Nachmittag und die Klaubauf probierten gleich als erstes den Tisch zur Seite zu schieben. Weil wir aber den Tisch mit den Füßen auf dem Sockelkranz niederdrückten, gelang es ihnen nicht, den Tisch auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Die nächste Pass hatte seltsamerweise so kleine Hände, dass sie die dicke Tischplatte nicht einmal zu greifen bekam. So erging es einer Pass nach der anderen. Alle Krampusse verließen frustriert unseren Hof und es hatte sich unter den Passen schon herum gesprochen, dass beim Durz heute nichts mehr geht mit dem Tisch. Zu späterer Stunde kam Pass Nummer 17 daher, ich glaube es war die Haberreith Pass. Die Krampusse dieser Pass waren sehr willig und legten sich ordentlich ins Zeug, den Tisch rauszureißen. Wir hinter dem Tisch gaben auch alles und versuchten, ihn mit aller Kraft fest zu halten. Nach dem sich der Tisch ein paar Mal auf und ab bewegte, war es aber vorbei. Durch das feste Niederdrücken des Sockelkranzes löste sich aufgrund von Altersschwäche der obere Teil des Tisches ab, den hielten plötzlich die Krampusse in den Händen. Momentan war es ganz ruhig geworden. Keiner konnte es glauben, dass der Küchentisch nach 23 Jahren den Geist aufgab. Selbst den Krampussen der Haberreith Pass konnte man ihr Erstaunen ansehen. Da die letzte Pass bereits vor der Tür auf Einlass wartete, schnappten wir kurzerhand den Sockel des Tisches und stellten ihn zur Seite. Somit war nur mehr der obere Teil übrig (Tischbein und Platte) und das Ganze ähnelte wohl eher einem Couchtisch. Nun hatte die letzte Pass leichtes Spiel und stieg einfach darüber. Dabei passierte es, dass ein Krampus mit seinen Hörnern die Deckenbeleuchtung touchierte, selbige sofort zerbrach und so fand deren Einlauf im Dunkeln statt. Sie haben uns quasi das Licht ausgedreht und der Abend war beendet, um 3 Uhr morgens.“</p><p> </p><p><span style="font-weight: bold;">Interviewer</span>: „<span style="font-style: italic;">Anni, erzähl mir von einem Krampustag aus deiner Jugend. Wie war das damals?</span>"</p><p><span style="font-weight: bold;">Anni</span>: „Generell hat man früher in Hofgastein zum Krampus „Klaubauf“ gesagt. Das Wort Krampus kannten wir als Kinder gar nicht. Aufgewachsen bin ich ja beim Stubnerbauern in Bad Hofgastein. Es trug sich zu am 06. Dezember um ca. 1950, ich war damals neun oder zehn Jahre alt. Wir hatten viele Knechte und Mägde auf dem Hof und darunter auch eine Magd aus dem Pinzgau, die den Klaubauf Brauch nicht kannte. Ihr Name war Kathi, aber wir nannten sie liebevoll „Pinzgarin“. Weil es zu der Zeit noch sehr wenige Höfe und Häuser gab, konnte man die Passen von weitem hören. Mein Elternhaus hatte eine riesige Stube, in der die ganze Familie mit den Dienstboten beisammensaß und wartete. Gleich darauf war schon eine Pass vor der Türe. Da die Pinzgarin mit dem Brauch nicht vertraut war und mit ihrer Angst alle ansteckte, verschwanden die Weiberleut kurzerhand aus der Stube und versteckten sich in ihren Schlafkammern unter den Betten. Der Hofhund war durch den Lärm und das Geschrei der Krampusse selbst ganz verwirrt und aufgebracht. Er sorgte sich um die Frauen und folgte ihnen in die Schlafkammer, um sie gegen die Klaubauf zu verteidigen. Durch sein lautes Bellen sind jedoch diese darauf aufmerksam geworden. Sie stürmten sogleich die Schlafkammern und zogen die Damen unter den Betten hervor, um sie ordentlich zu verhauen. Der Hund fühlte sich jedoch in seiner Aufsichtspflicht angegriffen und biss die Klaubauf vor lauter Wut ins Beinkleid. Am Ende waren nicht nur die Mädchen ganz zerrissen, sondern auch der ein oder andere Klaubauf-Mantel. Gut, dass wir immer ein Nähzeug bei der Hand hatten.“</p><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle">Von geistreichen Getränken und durstigen Krampussen</h2><p>Schnaps spielt bei uns im Alpenraum seit jeher eine essentielle Rolle in allen Lebenslagen. Beim Geburtstag, Namenstag, Fensterln, Schweine schlachten, Besuchen der Verwandtschaft, Abschuss eines Wildtiers oder Firstfeiern wurde immer mit Schnaps angestoßen. Einfach aus dem Grunde, weil es damals nichts anderes außer selbstgebrannten Schnaps gab. Anlässe gab es genug. Falls es keine gab, wurden welche erfunden.</p><p>So ist es nicht verwunderlich, dass beim Krampuslauf auch von Beginn an Schnaps konsumiert wurde und wird. Früher war es noch üblich, dass die Krampusläufer vom Hausherrn einen Schnaps bekommen haben. Heute ist es so, dass jede Pass mehrere Schnäpse selber mitbringt. Zum einen dürfen die Hausbewohner die sehr köstlichen, teilweise selbsthergestellten Liköre und Schnäpse kosten, zum anderen trinken die Krampusläufer nach einem Rempler mit ihrem Kontrahenten auch einen Kurzen. Viele Krampusläufer sind der Meinung, dass sie damit ihre Stimme ölen und noch besser schreien können und zritter wirken. <span style="font-weight: bold;">Das Feuerwasser wirkt wie ein Treibstoff und dieser Treibstoff treibt den Krampus an.</span> Doch auch der Hausherr verteilt nach wie vor noch ein Schnäpschen an jedes Passen-Mitglied und an seine Familienmitglieder und Gäste, sodass im schlimmsten Fall jeder alles getrunken hat und keiner weiß mehr was und von wem. Eine bleibende Erinnerung daran ist sicherlich die Fieberblase!</p><p>Qualität hat mittlerweile einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Das wissen auch die Passen und es wird seltener „Fusel“ herum gereicht. So freut es uns sehr, dass wir einige Passen mit unseren Durzbauer Schnäpsen und Likören versorgen dürfen.</p><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle">Ein Nikolausgedicht von der Gasteiner Kulturpreis Trägerin Anni Meikl</h2><p>Sankt Nikolaus werd ich genannt</p><p>und ziehe durch das weite Land.</p><p>Ich komme wohl der Kinder wegen</p><p>und bringe mit den himmlischen Segen.</p><p>Auch für Leute groß und klein,</p><p>leg ich eine Bescherung ein.</p><p>Verweile hier ein bisschen als Gast –</p><p>doch draußen vor der Tür da wartet die große Last!</p><p>Der Klaubauf wird sich jene holen,</p><p>die nie folgen und oft fest toben.</p><p>Ich hoff‘ die Schande tritt nicht ein</p><p>wir wollen immer Freunde sein.</p><p>Das Lärmen und Brüllen nimmt heut ein End‘</p><p>die Zeit steht mitten im Advent.</p><p>Ruhe und Besinnlichkeit kehrt ein ins Haus</p><p>Ich wünsch Euch viel Frieden – Gnade und Segen geht nie aus.</p><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle">Die Durzbauers sagen Danke</h2><p>Ein herzliches Danke gilt den Passen, die uns in den letzten Jahren und Jahrzehnten besucht haben. Ihr macht den Tag für uns zu etwas ganz Besonderem. Es ist großartig, dass sich so viele Passen mit ein paar persönlichen Worten im Nikolausgedicht große Mühe geben und uns mit außergewöhnlichen Geschenken oder lustigen Einlagen überraschen. Daraus sind zu vielen Passen schon Freundschaften entstanden und es ist immer wieder schön, wenn wir euch Jahr für Jahr willkommen heißen dürfen.</p><p>Ein besonderer Dank geht an die Durz Pass, die seit 2003 den Hof-Namen in Ehren hält.</p><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle">Disclaimer</h2><p><span style="font-weight: bold;">Alle Angaben sind ohne Gewehr, denn wir sind keine Jäger, sondern Schnapsbrenner</span>. LOL</p><p>Wir verweisen auf die literarische Freiheit und haben unsere Informationen ausschließlich aus mündlicher Überlieferung (vom Vottan sein Vazeehn).</p><p>Für mehr Informationen rund um den Gasteiner Krampuslauf empfehlen wir folgendes Buch:  Hochwarter, Franz (2002): <a href="https://shop.gasteinertal.com/buecher/32-die-gasteiner-passen-2002.html">Die Gasteiner Passen</a>, 1. Aufl., St. Johann im Pongau, Hochwarter Verlag.</p><h2 class="subtitle"><span style="font-style: italic;"><br>Treu dem guten alten Brauch!</span></h2><p> </p><p> </p><h4>Bildbeschreibung</h4><p>Titelbild: Mangai Pass mit den Durzbauer's, 2019 (Foto: privat)</p><p>Bild 1: Klaubauf Pass um 1940 (Foto: privat)</p><p>Bild 2: Bad Gasteiner Jaga-Pass, 1964 (Foto: privat, Postkarte)</p><p>Bild 3: Glaubensstünderl Pass (Foto: privat)</p><p>Bild 4: Glaubensstünderl Pass (Foto: privat, Postkarte)</p><p>Bild 5: Glaubensstünderl Pass (Foto: privat, Postkarte)</p><p>Bild 6: Nikolaus der Glaubensstünderl Pass, Georg Meikl (Foto: privat)</p><p>Bild 7: Körblträger der Glaubensstünderl Pass, Sepp Lindebner (Foto: privat)</p><p>Bild 8: Stubner Pass (Foto: privat, Postkarte)</p><p>Bild 9: Stubner Pass (Foto: privat, Postkarte)</p><p>Bild 10: Klaubaufe mit "Wimmer-Köpf" (Foto: privat, Postkarte)</p><p>Bild 11: Klaubauf Pass beim Stubner Bauern (Foto: privat) </p><p>Bild 12: Klaubaufe der Gasteiner Perchten mit Georg Meikl (Foto: privat)</p><p>Bild 13: Bertahofer Pass, ca. 1990, Klaubauf kniend ist Brennmeister Hans Wallner (Foto: privat)</p><p>Bild 14: alter Küchentisch, 2008 (Foto: privat)</p><p>Bild 15: alte Essecke, 2008 (Foto: privat)</p><p>Bild 16: Kinder in der Küche beim Durzbauer, 1997, Chrissi ist das blonde Mädchen in der Mitte, Kathi ist das Baby ganz rechts außen (Foto: privat)</p><p>Bild 17: Nikolaus der Schlacken Pass Franz Gracher, 1997 (Foto: privat)</p><p>Bild 18: Durz Pass beim Durzbauer, 2010 (Foto: privat)</p><p>Bild 19: Kathi als Vorteufel der Mangai Pass, 2017 (Foto: privat)</p><p>Bild 20: Kathi beim Fitting, 2017 (Foto: privat)</p><p>Bild 21: Mangai Pass mit Vorteufel Kathi, 2017 (Foto: privat)</p><p>Bild 22: Mangai Pass, 2018 (Foto: <a href="https://www.instagram.com/wolfgang_kofler/?hl=de">Wolfgang Kofler</a>)</p>]]></description>
                                <pubDate>Thu, 04 Nov 2021 19:56:24 +0000</pubDate>
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                                <title><![CDATA[Die Geschichte davon, wie der Durzbauer zu seinem Namen kam]]></title>
                                <description><![CDATA[<p class="preamble"><span style="font-weight: bold; font-style: italic;">Stürze, Fürze, wurzeln oder purzeln – seit der Eröffnung unserer Schnapsbrennerei Durzbauer im Jahr 2014 wurden wir von unseren Kunden wohl mit den absurdesten Namen bezeichnet. Dieser Beitrag erzählt die Geschichte von unserem Hof, seinen Erben und davon, woher der Name Durzbauer kommt. </span></p><br /><h2 class="subtitle"> </h2><h2 class="subtitle">Die ersten Besitzer vom Bauernhof Durzbauer</h2><p>Im Jahr 1706 erwarb ein Nikolaus Turz das sogenannte Schmelzhaus im Ortsteil Lafen. Das jetzige Durzgut („Turzgut“ alte Schreibweise) war zu der Zeit noch getrennt und bestand aus zwei kleinen Bauerngütern, dem Schmelzhaus oder Schmelzgütl und dem Ballgütl, auch Beilgütl oder Unterturz genannt. Nach mehreren Hofübergaben der nachfolgenden Generationen – jeweils an die Söhne wohlgemerkt – übernahm im Jahr 1863 Maria Turz als einziges Kind ihrer Eltern den Turzhof und heiratete noch im selben Jahr Josef Meikl, einen Bauernsohn aus Dorfgastein. Seit der Verehelichung war der Nachname Meikl auf dem Turzgut. Der Hof war zur damaligen Zeit sehr heruntergekommen. Die Hofbewohner lebten bescheiden, gar arm und mussten sogar das Zaunholz als Brennholz verwenden, um es im Winter warm zu haben.</p><p> </p><p>Im Laufe des 20. Jahrhunderts änderte sich die Schreibweise von Turzbauer auf Durzbauer.</p><p> </p><p> </p><h2 class="subtitle">Die Weltstars wurden woanders geboren</h2><p>Aus der Ehe von Maria und Josef gingen zwei Kinder hervor, keines davon hieß Jesus. Aber Maria und Josef hatten einen Enkel namens Peter. Es war zwar nicht der „Geißenpeter“ und er heiratete auch nicht die Heidi, sondern eine Katharina. Vielleicht begegneten sich diese zwei auch auf der Alm. Wer weiß das schon. Aus ihrer Ehe stammten 11 Kinder. Jüngster Sohn der beiden Georg Meikl, nicht zu verwechseln mit dem bereits verstorbenen Popsänger George Michael, war der nächste Hoferbe. Er ehelichte im Jahr 1961 die vom Großbauernhof Stubnergut abstammende Anni. Trotz des prädestinierten Nachnamens Meikl, nannten sie ihren einzigen Sohn nicht Jackson. Neben einem Sohn wurden Georg und Anni auch noch mit vier Töchtern gesegnet, eine davon – Vroni – war als nächste Hoferbin angesetzt.</p><p> </p><p> </p><h2 class="subtitle">Alles Gute kommt von oben</h2><p>Im Jahr 1992 wurde alles anders. Es kam einer „von oben herab“, es war aber nicht der Heilige Geist, sondern „nur“ der Hans und der wohnte einige Höhenmeter oberhalb vom Durzgut auf einem anderen Bauernhof. Die Vroni nahm sich ihn zum Mann (und der Familienname änderte sich damit von Meikl auf Wallner) und ein Jahr später übernahmen sie den Hof. Nicht nur diesen, sondern auch die Tradition des Schnapsbrennens. Beim Durzbauer wurde seit ca. 1850 Schnaps gebrannt. Damals sicherlich nicht immer ganz legal, sondern vielleicht auch mal dunkelgrau oder schwarz. Seit 1939 gibt es jedoch schriftliche Aufzeichnungen davon, die belegen, dass der Durzbauer ein traditionsreicher Schnapsbrenner ist.</p><p> </p><p> </p><h2 class="subtitle">Durzbauer #nextgeneration</h2><p>Vroni und Hans züchteten Rinder und Kinder. Vom letzteren aber nur zwei. Zwei Töchter. Zwei Töchter und die waren völlig ausreichend! Chrissi und Kathi, Jahrgang 1994 und Jahrgang 1997. Nach hochqualifizierten schulischen Ausbildungen und Berufsabschlüssen (kleine Matura = drei Jahre Volksschule und ein Tanzkurs), stiegen die beiden Töchter ins Familienunternehmen Durzbauer ein.</p><p> </p><p> </p><h2 class="subtitle">Der Hofname Durzbauer stiftet Verwirrung</h2><p>„<span style="font-style: italic;">Ach, der Wurzelbauer sind Sie</span>!“, murmelte eine betagte Dame (sie gehörte den Barock-Teenagern an), während sie mit ihrer Gleitsichtbrille halb auf der Nase unser Prospekt durchblätterte. Diesen und viele weitere lustige Namen haben wir von unseren treuen Kunden bereits bekommen. Eine Kundin aus München sagte bei der Begrüßung zu Vroni: „<span style="font-style: italic;">Grüß Gott Frau Durstbauer, wir haben großen Durst mitgebracht</span>!“. Einige Gäste kehren nach ihrem Besuch in der Brennerei zurück ins Hotel und erklären an der Rezeption: „<span style="font-style: italic;">Wir haben heute diesen Schnapsbrenner, diesen Sturzbauer besucht</span>.“ Gestürzt ist bei uns noch nie jemand, denn unsere Brennerei ist barrierefrei zu erreichen. Unsere persönlichen Favoriten der Namensverwirrungen sind: Furzbauer, Kurzbauer, Schurzbauer und Purzelbauer. Purzeln tun wir, allerdings nur nach so 16, 17 Schnäpsen! #Berufsrisiko</p><p> </p><p><span style="font-style: italic;">„mia sand mia und schreim damma ins insa“</span></p><p> </p><p> </p><h2 class="subtitle">Die Durzbauer’s stellen sich vor</h2><ul><li>Hans: Chef, CEO, Landwirt, Brennmeister, Haustechniker, Sales-Assistant und der Mann für’s Grobe<br><br></li><li>Vroni: Chefin von alles, Backoffice, Gastgeberin/Host, Dekorateurin, Housekeeping, hält alles zusammen und delegiert<br><br></li><li>Chrissi: Content Creator, Social Media Expertin, Head of Marketing, Springer<br><br></li><li>Kathi: Junior-Chefin, Landwirtin, Head of Sales, Videographer, Photographer und Schmäh-Tandler<br><br></li><li>Anni: die gute Seele, Kuratorin des Hofmuseums, Taschendesignerin und -schneiderin, Blumen und Gartengestaltung, ihre Expertise zu allem ist sehr gefragt</li></ul><p> </p><p> </p><h3>Bildbeschreibung</h3><p>Bild 1: Schmelzhaus</p><p>Bild 2: Maria Turz mit Familie</p><p>Bild 3: Ballgütl</p><p>Bild 4: Stubneralm - Auf dieser Hütte lernten sich Peter und Katharina vermutlich kennen. Beide hatten einen Almrausch, nicht die Pflanze, sondern den Zustand!</p><p>Bild 5: Hans</p><p>Bild 6: Vroni</p><p>Bild 7: Chrissi</p><p>Bild 8: Kathi</p><p>Bild 9: Auf Kathis Expertise wurde von Anfang an viel Wert gelegt. Ihre ersten drei Worte waren Papa, Bier und Schnaps. </p><p>Bild 10: Anni</p>]]></description>
                                <pubDate>Fri, 16 Jul 2021 08:39:50 +0000</pubDate>
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