Die Geschichte davon, wie der Durzbauer zu seinem Namen kam

Stürze, Fürze, wurzeln oder purzeln – seit der Eröffnung unserer Schnapsbrennerei Durzbauer im Jahr 2014 wurden wir von unseren Kunden wohl mit den absurdesten Namen bezeichnet. Dieser Beitrag erzählt die Geschichte von unserem Hof, seinen Erben und davon, woher der Name Durzbauer kommt.

 

Die ersten Besitzer vom Bauernhof Durzbauer

Im Jahr 1706 erwarb ein Nikolaus Turz das sogenannte Schmelzhaus im Ortsteil Lafen. Das jetzige Durzgut („Turzgut“ alte Schreibweise) war zu der Zeit noch getrennt und bestand aus zwei kleinen Bauerngütern, dem Schmelzhaus oder Schmelzgütl und dem Ballgütl, auch Beilgütl oder Unterturz genannt. Nach mehreren Hofübergaben der nachfolgenden Generationen – jeweils an die Söhne wohlgemerkt – übernahm im Jahr 1863 Maria Turz als einziges Kind ihrer Eltern den Turzhof und heiratete noch im selben Jahr Josef Meikl, einen Bauernsohn aus Dorfgastein. Seit der Verehelichung war der Nachname Meikl auf dem Turzgut. Der Hof war zur damaligen Zeit sehr heruntergekommen. Die Hofbewohner lebten bescheiden, gar arm und mussten sogar das Zaunholz als Brennholz verwenden, um es im Winter warm zu haben.

 

Im Laufe des 20. Jahrhunderts änderte sich die Schreibweise von Turzbauer auf Durzbauer.

 

 

Die Weltstars wurden woanders geboren

Aus der Ehe von Maria und Josef gingen zwei Kinder hervor, keines davon hieß Jesus. Aber Maria und Josef hatten einen Enkel namens Peter. Es war zwar nicht der „Geißenpeter“ und er heiratete auch nicht die Heidi, sondern eine Katharina. Vielleicht begegneten sich diese zwei auch auf der Alm. Wer weiß das schon. Aus ihrer Ehe stammten 11 Kinder. Jüngster Sohn der beiden Georg Meikl, nicht zu verwechseln mit dem bereits verstorbenen Popsänger George Michael, war der nächste Hoferbe. Er ehelichte im Jahr 1961 die vom Großbauernhof Stubnergut abstammende Anni. Trotz des prädestinierten Nachnamens Meikl, nannten sie ihren einzigen Sohn nicht Jackson. Neben einem Sohn wurden Georg und Anni auch noch mit vier Töchtern gesegnet, eine davon – Vroni – war als nächste Hoferbin angesetzt.

 

 

Alles Gute kommt von oben

Im Jahr 1992 wurde alles anders. Es kam einer „von oben herab“, es war aber nicht der Heilige Geist, sondern „nur“ der Hans und der wohnte einige Höhenmeter oberhalb vom Durzgut auf einem anderen Bauernhof. Die Vroni nahm sich ihn zum Mann (und der Familienname änderte sich damit von Meikl auf Wallner) und ein Jahr später übernahmen sie den Hof. Nicht nur diesen, sondern auch die Tradition des Schnapsbrennens. Beim Durzbauer wurde seit ca. 1850 Schnaps gebrannt. Damals sicherlich nicht immer ganz legal, sondern vielleicht auch mal dunkelgrau oder schwarz. Seit 1939 gibt es jedoch schriftliche Aufzeichnungen davon, die belegen, dass der Durzbauer ein traditionsreicher Schnapsbrenner ist.

 

 

Durzbauer #nextgeneration

Vroni und Hans züchteten Rinder und Kinder. Vom letzteren aber nur zwei. Zwei Töchter. Zwei Töchter und die waren völlig ausreichend! Chrissi und Kathi, Jahrgang 1994 und Jahrgang 1997. Nach hochqualifizierten schulischen Ausbildungen und Berufsabschlüssen (kleine Matura = drei Jahre Volksschule und ein Tanzkurs), stiegen die beiden Töchter ins Familienunternehmen Durzbauer ein.

 

 

Der Hofname Durzbauer stiftet Verwirrung

Ach, der Wurzelbauer sind Sie!“, murmelte eine betagte Dame (sie gehörte den Barock-Teenagern an), während sie mit ihrer Gleitsichtbrille halb auf der Nase unser Prospekt durchblätterte. Diesen und viele weitere lustige Namen haben wir von unseren treuen Kunden bereits bekommen. Eine Kundin aus München sagte bei der Begrüßung zu Vroni: „Grüß Gott Frau Durstbauer, wir haben großen Durst mitgebracht!“. Einige Gäste kehren nach ihrem Besuch in der Brennerei zurück ins Hotel und erklären an der Rezeption: „Wir haben heute diesen Schnapsbrenner, diesen Sturzbauer besucht.“ Gestürzt ist bei uns noch nie jemand, denn unsere Brennerei ist barrierefrei zu erreichen. Unsere persönlichen Favoriten der Namensverwirrungen sind: Furzbauer, Kurzbauer, Schurzbauer und Purzelbauer. Purzeln tun wir, allerdings nur nach so 16, 17 Schnäpsen! #Berufsrisiko

 

„mia sand mia und schreim damma ins insa“

 

 

Die Durzbauer’s stellen sich vor

  • Hans: Chef, CEO, Landwirt, Brennmeister, Haustechniker, Sales-Assistant und der Mann für’s Grobe

  • Vroni: Chefin von alles, Backoffice, Gastgeberin/Host, Dekorateurin, Housekeeping, hält alles zusammen und delegiert

  • Chrissi: Content Creator, Social Media Expertin, Head of Marketing, Springer

  • Kathi: Junior-Chefin, Landwirtin, Head of Sales, Videographer, Photographer und Schmäh-Tandler

  • Anni: die gute Seele, Kuratorin des Hofmuseums, Taschendesignerin und -schneiderin, Blumen und Gartengestaltung, ihre Expertise zu allem ist sehr gefragt

 

 

Bildbeschreibung

Bild 1: Schmelzhaus

Bild 2: Maria Turz mit Familie

Bild 3: Ballgütl

Bild 4: Stubneralm - Auf dieser Hütte lernten sich Peter und Katharina vermutlich kennen. Beide hatten einen Almrausch, nicht die Pflanze, sondern den Zustand!

Bild 5: Hans

Bild 6: Vroni

Bild 7: Chrissi

Bild 8: Kathi

Bild 9: Auf Kathis Expertise wurde von Anfang an viel Wert gelegt. Ihre ersten drei Worte waren Papa, Bier und Schnaps. 

Bild 10: Anni

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Kommentare

06/11/2021 von Hans Peter Brandner

Der Schnaps ist ein Gedicht! Wir haben einige „Fläschchen“ mit nach Deutschland genommen…. leider „verdampft“ er zu schnell! Liebe Grüße aus Baden-Baden

08/11/2021 von Katy Mauersberger

Vielen Dank für die tollen Einblicke. Ihr seid eine tolle Familie, das beste Rezept für ein funktionierendes Unternehmen. Apropo Rezept, eure Coltailrezepte sind echt der Hammer. GLG aus dem schönen Sachsen.

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